Was ist die Berufliche Orientierung in der Oberstufe?
Im Rahmen der beruflichen Orientierung in der gymnasialen Oberstufe reflektieren zunächst Schüler*innen ihren bisherigen Prozess der Berufsfindung und knüpfen an Erfahrungen und Ergebnisse aus der Sekundarstufe I an.
Der Berufswahlpass dient hier weiterhin als dokumentarisches Portfolioinstrument und unterstützt die Schüler*innen, sich während des Besuchs der gymnasialen Oberstufe beruflich zu orientieren.
Im Rahmen der Prozesselemente Standortbestimmung, Entscheidungskompetenz (I und II), Studienorientierung und Praxiselemente werden die Schüler*innen in Form von Modulveranstaltungen über diverse berufliche Wege nach dem Abitur informiert und in ihrer Entscheidungsfindung unterstützt. In individuellen Beratungsgesprächen, die unter anderem in Kooperation mit der Agentur für Arbeit stattfinden, werden den Schüler*innen individuelle Berufs- und Studienwege aufgezeigt.
Die Beratung in der beruflichen Orientierung ist primär eine individuelle Beratung von Schüler*innen – sei es eine individuelle Beratung zur
Fachhochschulreife, zu diversen Studiengängen oder zu einer Berufsausbildung.
Im Zentrum der Beruflichen Orientierung der Sekundarstufe II steht das Element Studienorientierung in der Qualifikationsphase I. Im Rahmen dieses Moduls besuchen die Schüler*innen Vorlesungen und Vorträge an Universitäten und lernen den Campus-Alltag der Studierenden kennen. Im Zeitraum vom 30.01.2026 bis zum 05.02.2026 nahmen alle Schüler*innen der Qualifikationsphase 1 (Q1) an der Studienorientierungswoche teil. Diese ist ein verpflichtendes Element der Beruflichen Orientierung (BO) und wird im Rahmen der Praxistage durchgeführt. Ziel der Woche ist es, den Schüler*innen fundierte Einblicke in Studienmöglichkeiten, Hochschulstrukturen und berufliche Perspektiven zu geben und sie bei ihrer individuellen Entscheidungsfindung nach dem Abitur zu unterstützen. So war das diesjährige Programm vielseitig, abwechslungsreich und voller neu gewonnener Eindrücke.
Den Auftakt der Woche bildete der gemeinsame Besuch der Erlebnismesse in Köln am 30.01.2026. Dort erhielten die Schüler*innen die Möglichkeit, sich an zahlreichen Messeständen über Studiengänge, Ausbildungsberufe, duale Studienmodelle sowie verschiedene Unternehmen und Institutionen zu informieren und sich auch praktisch auszuprobieren (z.B. beim Maurern, in der Pflege einen Verband anlegen, im Krankenwagen mitzuhelfen). Durch persönliche Gespräche mit Vertreter*innen aus Hochschulen und Wirtschaft konnten erste Kontakte geknüpft und individuelle Fragen geklärt werden.
Am zweiten Tag der Studienorientierungswoche besuchte der gesamte Jahrgang die Universität zu Köln. Im Mittelpunkt standen hierbei Einblicke in den Studienalltag und die Hochschulorganisation. Neben der exemplarischen Vorstellung des Studiengangs der Volkswirtschaftslehre erhielten die Schüler*innen allgemeine Informationen zum Studium in Köln. Ergänzt wurde das Programm durch Erfahrungsberichte von Studierenden, die authentische Eindrücke zu Studienanforderungen, Organisation und studentischem Leben vermittelten.
Der 03.02.2026 war individuell gestaltet. Die Schüler*innen konnten entweder weitere Angebote an der Universität zu Köln wahrnehmen, ein individuelles Praktikum absolvieren oder alternativ das Berufsinformationszentrum (BIZ) besuchen. Beim BIZ-Besuch standen die intensive Auseinandersetzung mit eigenen Interessen und Stärken, Informationen zu Ausbildungs- und Studienwegen sowie Beratungsangebote und ein Studieninteressentest der Berufsberatung im Vordergrund.
Am 04.02.2026 bestand für einen Teil des Jahrgangs die Möglichkeit, die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg kennenzulernen. Dort nahmen die Schüler*innen an einem Vortrag zum allgemeinen Studieren an der Hochschule, an einer interaktiven Schnuppervorlesung zum Thema „Sozialpolitik“ und praxisnahen Projekten wie dem Fertigstellen eines Miniaturautos teil und erhielten so einen Einblick in das anwendungsorientierte Studium an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften.
Den Abschluss der Studienorientierungswoche bildete ein weiterer individueller Orientierungstag, an dem die Schüler*innen entweder Angebote der Universität zu Köln (oder einer anderen) nutzten oder ihr Praktikum fortsetzten. Dadurch wurde Raum geschaffen, persönliche Interessen weiter zu vertiefen und gewonnene Eindrücke zu reflektieren.
Standortbestimmung in der Sek II:
Im Rahmen des Workshops zur beruflichen Orientierung im Oktober 2025 fand eine Standortbestimmung mit den Beratungslehrer*innen des Jahrgangs statt. Ziel war es, einen Überblick über die Möglichkeiten nach der Schulzeit zu erhalten und sich mit den eigenen Fähigkeiten und Interessen auseinanderzusetzen. Dabei standen vor allem die Fragen „Wo stehe ich?“ und „Wohin möchte ich?“ im Mittelpunkt.
Zu Beginn wurde ein Überblick über die verschiedenen Wege nach der Schule gegeben. Dabei wurden Möglichkeiten wie eine Ausbildung oder ein Studium vorgestellt. Außerdem wurden wichtige Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner genannt, die bei Fragen zur schulischen Laufbahn sowie zur Berufs- und Studienorientierung unterstützen können.
Ein weiterer Bestandteil des Workshops war die Auseinandersetzung mit persönlichen Stärken und Schwächen. Mithilfe von kooperativen Arbeitsaufträgen (z.B. durch das Spiel „Schiffe versenken“) wurden Eigenschaften ausgewählt und miteinander verglichen. Diese Übungen dienten dazu, ein besseres Verständnis für eigene Fähigkeiten zu entwickeln und mögliche berufliche Richtungen zu erkennen.
Ein sich daran anschließender Lerntypentest gab Aufschluss darüber, zu welchem Lerntyp man tendenziell eher gehört. Dabei wurde deutlich, dass viele Menschen Mischtypen sind und unterschiedliche Lernmethoden kombinieren können.
Im weiteren Verlauf beschäftigten sich die Teilnehmenden in Gruppen mit verschiedenen Berufsfeldern und sollten in die Rolle eines Influencers/ einer Influencerin schlüpfen. Auf diese Weise konnte sehr anschaulich ein Einblick in unterschiedliche Berufe gegeben und gewonnen werden.
Insgesamt diente der Workshop dazu, die berufliche Orientierung zu fördern und erste Schritte zur persönlichen Standortbestimmung zu ermöglichen. Es wurde deutlich, wie wichtig es ist, eigene Interessen und Fähigkeiten zu berücksichtigen, um fundierte Entscheidungen für die Zeit nach der Schule treffen zu können.